das KÄRNTEN AKTUELL 11 Ästhetische Chirurgie mit „Schönheitsfehler“ Tik-Tok, Instagramm, Facebook und andere Social Media Kanäle begleiten uns nicht nur im täglichen Leben. Mit Hilfe von Filtern war schon viel möglich, durch die öffentliche Nutzung von KI haben diese Medien einen neuen Maßstab erreicht: alles ist noch schöner, noch schneller erreichbar und noch leichter umsetzbar. Selbst vor seriösen Gebieten wie der Medizin gibt es keinen Stop. Diese Medien suggerieren jedoch oftmals mehr Schein als Sein. Um die Schönheitsideale, die einem in den sozialen Medien vorgegaukelt werden, zu erreichen, häufen sich eben dort auch unseriöse Angebote. Pop-up Beauty-Kliniken in Hotel- oder Wohnzimmern mit billigen Angeboten locken Patientinnen und Patienten an für Spontan-Termine während der Mittagspause. Im Angebot finden sich nicht nur Botulinumtoxin oder Filler, sondern auch durchaus operative Eingriffe. Diese werden leider auch immer von Arztkollegen und -kolleginnen angeboten, denen es aber an der dafür fachlichen Ausbildung fehlt. „Fachärztin/Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Medizin“ umfasst eine mehrjährige Ausbildung. Diese ist staatlich anerkannt und ermöglicht die Durchführung von allen ästhetischen Behandlungen und Operationen. Qualität und Patientensicherheit stehen nicht nur während der Ausbildung, sondern auch danach für diese Fachärzte an erster Stelle. Das heißt, es gibt keine Spontantermine z. B. für ein Facelift in der Mittagspause – nein, jede Operation braucht zwingend ein umfassendes, persönliches Aufklärungsgespräch. In diesem wird nicht nur das mögliche Ergebnis der Operation betrachtet und realistisch beleuchtet, sondern der Patient/die Patientin auch über alle möglichen Risiken aufgeklärt, über die Nachsorge informiert und auch die Operation selbst wird erklärt. Danach beginnt für Patienten die Bedenkzeit von 14 Tagen zu laufen; dieses Recht ist gesetzlich vorgeschrieben und dient als Schutz vor überhasteten Entscheidungen. Selbstoptimierung als Trend muss bei operativen Eingriffen ein Ende nehmen. Es gibt keine Reset-Taste für Operationen. Operative Eingriffe können nicht einfach rückgängig gemacht werden, mit den Folgen ist zu leben. Daher gilt es auch für Patienten, Verantwortung zu übernehmen und genau zu überprüfen, wer für einen ästhetischen Eingriff zugelassen ist. Bezeichnungen wie „Schönheitschirurg“, „Facharzt für kosmetische Chirurgie“, „BeautyDoc“ sind reine Fantasiebezeichnungen und ein schlechter Marketing-Gag. Sie dürfen zwar verwendet werden, dienen aber niemals als Nachweis für eine entsprechende fachliche Ausbildung des Arztes/der Ärztin. Es ist somit aus meiner Sicht reine Irreführung der Patienten. Zu all den einladenden Angeboten kommt noch hinzu, dass sehr oft nicht nur das bereits angesprochene fachliche Wissen fehlt, sondern dass die für Operationen notwendigen Hygienischen Standards mangels Kenntnissen und fehlenden entsprechenden Räumlichkeiten zusätzlich nicht eingehalten werden können. Medizinische Infrastruktur, Einhaltung von Hygienestandards, transparente Kosten und eine umfassende Aufklärung (realistisches OP-Ergebnis, Ablauf, Risiken bei einer Operation, umfassende Nachbetreuung) sind zwingende Qualiäts-Merkmale für Patienten. Zusätzlich gibt es über die Homepage ÖGPRÄC (Österreichische Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästetische Medizin) die Möglichkeit, in jedem Bundesland einen qualifizierten Facharzt zu finden. In Österreich ist ein hochwertiges Angebot von Fachärzten vorhanden. Jetzt ist es auch an der Zeit, dass der Patient eigenverantwortlich für sich, die richtige Lösung findet. Univ. Doz. Dr. Barbara Zink ist Fachärztin für Plastische-, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie in Klagenfurt Auf den ersten Blick Von Dr. Barbara Zink www.murauerbier.at „Retro is des neue Modern!“ INS_Sujet_Wien_Kärnten_A4abfallend_01.pdf 1 12.11.2025 09:08:43 Katastrophenübung mit über 200 Florianijüngern im Bezirk St. Veit Über 200 Florianijünger aus den Bezirken St. Veit und Feldkirchen proben den Ernstfall: Am 28. März heulen deshalb die Sirenen im Görtschitztal. Rund 30 Einsatzfahrzeuge rücken mit Blaulicht und Folgetonhorn zu einer umfangreichen Katastrophenübung im Raum Hüttenberg aus. Das vom Landesfeuerwehrverband ausgegebene Motto: „Maßnahmen an Großschadensstellen“. Dabei sollen Menschen aus heiklen Gefahrenstellen oder aus Trümmern gerettet werden. Das bestätigt Raffael Kalt, Vize-Kommandant der FF Zweikirchen und Leiter des Bezirkseinsatzstabes St. Veit. Im ehemaligen Bergbaugebiet Hüttenberg finden die „Blauröcke“ ideale Übungsvoraussetzungen. Teil der geplanten Rettungsszene: Das Schaubergwerk Knappenberg. Zudem soll eine neue Holzbrücke über den Mosinzbach errichtet werden. Die Freiwillige Feuerwehr St. Veit hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt, weil man dem Kommandanten verbale Entgleisungen vorgeworfen hatte. Daraufhin war der Feuerwehr-Funktionär zurückgetreten. Mittlerweile hören die Feuerwehrmänner und -frauen wieder auf einen Befehl – auf die Kommandos von Elias Popek. ©adobestock/Gerhard Seybert ANZEIGE © Patrick Connor Klopf
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