das 14 KÄRNTEN SPORT In letzter Zeit „hagelte“ es negative Schlagzeilen über Unternehmer, Gesellschafter und Austria-Geschäftsführer Zeljko Karajica: Ständig neue und geplatzte Versprechungen, Erhebungen der Staatsanwaltschaft (es gilt die Unschuldsvermutung) und ein umstrittener Führungsstil beim Bundesliga-Absteiger Austria Klagenfurt. Kritiker sprechen von nicht erklärbaren Verzögerungen und schwer nachvollziehbaren Aktionen. So wurde trotz der offensichtlich unvermeidbaren Pleite noch vollmundig angekündigt, gegen den Insolvenzantrag Einspruch erheben zu wollen. Der Zweitligist sei keinesfalls zahlungsunfähig und „ausfinanziert“. Man hätte das nachgewiesen, so Karajica. Und er zeigte sich überzeugt davon, dass es weiterhin eine Lizenz für die zweite Liga geben werde. Jetzt findet allerdings am 31. März eine Gläubigerversammlung statt. Ein Insider: „Das überrascht mich leider nicht und musste so kommen. Mir tut die Austria leid, die bis Saisonende tapfer weiterspielen und dann in den Fußballkeller absteigen muss. Man hat großartige Gelegenheiten und Chancen verpasst, mögliche Geldgeber verärgert und grobe Fehler gemacht. So stand der Verein in den letzten Jahren immer am Rande des Abgrunds, Spieler und Trainer erhielten monatelang keine Gehälter …“ Die Austria hatte in der Vergangenheit schon öfters finanzielle Probleme: 2008 ging der FC Kärnten, 2010 Austria Kärnten in Konkurs. Und derzeit werden Schulden der Austria in der Höhe von angeblich 2,6 Millionen Euro kolportiert. 1,5 Millionen sollen allein das Finanzamt und die Krankenkasse fordern, insgesamt spricht man von über 40 Gläubigern. Und es stellt sich nicht nur die Frage nach der Landes- bzw. Regional-Liga, sondern was mit den Austria Amateuren passiert. Der Insider: „Der neue Präsident und Sponsor Helmut Kaltenegger hat die Ablöse des Erfolgstrainers Peter Pacult gefordert, durchgesetzt und damals als Einstieg den als Coach unerfahrenen Carsten Jancker mitgebracht. Dieses Experiment ist jämmerlich gescheitert. Unter Pacult hätte man vermutlich den Abstieg aus der Bundesliga zuletzt noch verhindern können. Für das finanzielle Chaos war und ist die Klubführung verantwortlich … Und was ist mit den bisherigen oder möglichen Sponsoren? Da herrscht offensichtlich Stille. Kein Wunder, wollen sportbegeisterte Betriebe doch wissen, wie es mit der Zukunft jener Mannschaft aussieht, die man finanziell unterstützt. Eine nachvollziehbare positive Lösung wurde diesen Geldgebern nicht präsentiert. Selbst Vertreter aus der Politik, die der Austria lange die Stange gehalten haben, zeigen sich ob der Entwicklung verwundert. Es herrscht Unverständnis darüber, dass ein Bundesligaclub so rasch in die sportliche Bedeutungslosigkeit abstürzen konnte. Ein Stadion für 32.000 Besucher und keine HeimMannschaft? Ein ehemaliger Spieler: „Hätte der Herr Karajica früher eingelenkt, wäre es nie zu dieser Klagenfurter-Katastrophe gekommen. Meine Austria hätte sportlich und finanziell überlebt. Hier verdienen einige Funktionäre die Rote Karte!“ Und weiter: „Vermutlich herrscht ein gewisser Realitätsverlust oder falsche Eitelkeit. So verlieren manche kleine Unternehmen Geld.“ Sponsor und Neo-Chef Helmut Kaltenegger ist es zweifellos hoch anzurechnen, dass er sich für die Fußballszene massiv engagiert, sie unterstützt und finanziell helfen will. Es gab allerdings bereits ein ähnliches Szenario in Leoben, das kläglich gescheitert ist. Bei jener denkwürdigen Pressekonferenz, bei der die Clubführung eine finanzielle Rettung und eine Neuausrichtung verkünden wollte, schlug die Nachricht über die Insolvenz wie ein Paukenschlag ein. Trotzdem wurde stolz verkündet: „Wir spielen in zwei Jahren wieder in der Bundesliga!“ Ein geeignetes und nachvollziehbares Konzept sah man allerdings nicht, dafür wurde – wie im Fasching – Haargel verschenkt. Zudem wurde Kaltenegger als Präsident eingesetzt, was freilich den geltenden Statuten widerspricht. Das wäre schon genügend Stoff für ein Märchenbuch. Der Insider: „Man kann nur fassungslos den Kopf schütteln. Auch Ex-Präsident Robert Micheu (der angeblich keinen Euro für den Club organisiert hat) und Wunderwuzzi Mathias Dollinger fehlt offensichtlich ein Zaubertrank für ein positives Ende.“ Mittlerweile rufen die Austria-Fanclubs zum Zuschauer-Boykott auf. Sie sind mit etlichen Entscheidungen der Führung nicht einverstanden und vergleichen in sozialen Foren die Austria mit SV Stripfing, der den Spielbetrieb einstellen musste. Das neue Austria-Geschäftsleitungsmitglied Ex-Nationalkicker Matthias Dollinger, der Sex vor dem Spiel in einem Interview „immer gut“ findet, will künftig Kärntner Balltretern den Vorzug geben. Auch das ist leider nichts Neues. Der „Matthe“ konnte zwar kicken, aber seine Fähigkeiten als Clubmanager dürften ziemlich begrenzt sein. Da stehen einem nur mehr die Haare zu Berge … Noch nicht endgültig entschieden ist zudem, wie es mit weiteren Spielen in der großen Arena, dem Klagenfurter „Ufo“, aussieht. Laut Sportpark-Geschäftsführer Daniel Greiner gäbe es noch Erklärungsbedarf, also offensichtlich offene Forderungen. Der Insider: „Es hilft wohl nur mehr eine totale Radikalkur – dann werden sich die Fans und potente Unterstützer wieder einfinden. Deshalb sollten die Herren Karajica, Kaltenegger, Micheu und Dollinger einen gewaltigen Schritt zur Seite treten und Platz machen für eine neue, dynamische Führung. Sonst wird wohl auch die Jugend- und Frauenmannschaft ein schlimmes Schicksal ereilen. Das will doch hoffentlich niemand ...“ Der tiefe Fall der Austria Klagenfurt: Die Violetten stürzen ins totale Chaos Fanclubs, Austria-Anhänger, Sponsoren und Politik fordern einen Neustart für den Traditionsklub aus Waidmannsdorf mit „echten Idealisten“. Klagenfurt: Kommt WAC-Arena? An der Gerüchtebörse wird das „Ufo“ als neue Spielstätte für den WAC gehandelt. Präsident Riegler spricht von einem „bundesligatauglichen“ Stadion. Die Spatzen pfeifen es vom „Ufo“-Dach und die Gerüchte verdichten sich: Ein mögliches Fußball-Bundesliga-Comeback könnte sich ab der neuen Spielsaison in Klagenfurt ereignen. Das trifft freilich nicht auf die finanziell schwer angeschlagene Absteigertruppe Austria Klagenfurt zu, sondern auf einen Lavanttaler Profi-Verein! So soll WAC-Präsident Dietmar Riegler überlegen, künftig Heimspiele in Klagenfurt auszutragen. Das hätte, wie Kenner der Szene bestätigen, einen besonderen Reiz für den WAC, aber auch für alle Fußballfans aus dem Mittelkärntner Raum. Schließlich präsentiert sich das Waidmannsdorfer „Ufo“ als perfekte Spielstätte und wäre letztlich – durch die Autobahn – auch für Lavanttaler Fans problemlos erreichbar. Man hätte sogar mehr Zuschauer als bisher in Wolfsberg. Und das hochmoderne Stadion würde zur RZ-PelletsWC-Arena mutieren. Auf diese Weise würde beinah jede zweite Woche ein Bundesliga-Fußballspiel auf dem Programm stehen – mit einem finanziell und wirtschaftlich gut aufgestellten Fußballclub. Diese Spiele würden zudem WAC-Fans, „neutrale“ Zuseher und ehemalige Austrianer auf die Zuschauertribünen locken. Ein weiterer Gewinner: Die Stadt Klagenfurt bzw. der Sportpark als Eigentümer. Für den Sportpark ist es von großer Bedeutung, dass in dieser bestens ausgebauten Sportstätte weiterhin gekickt wird. Zweifellos wäre Präsident Riegler imstande, dieses Vorhaben umzusetzen. Das dürfte auch dem neuen Landeshauptmann Daniel Fellner gefallen, der als Lavanttaler „seinen“ WAC in Klagenfurt besuchen kommen könnte. Bekanntlich will Dietmar Riegler das Lavanttal-Stadion „bundesligatauglicher“ machen. Riegler in einem Interview: „Unser Stadion erfüllt zwar alle Bundesliga-Auflagen, aber so richtig bundesligatauglich ist es noch nicht. Wir müssen unbedingt die Infrastruktur verbessern. Wir sollen hier einiges nachholen und brauchen noch Trainingsplätze. Etwa hinter der Gegentribüne.“ In einem Gespräch mit einem Sportmagazin lobte der Chef der Wölfe das Klagenfurter Stadion, wo man schon viele großartige Spiele absolviert hätte. Die Wolfsberger Arena sei heute einfach nicht mehr zeitgemäß. Schließlich ist für Dietmar und Waltraud Riegler der erfolgreiche Kärntner Bundesligaclub WAC eine „echte Herzensangelegenheit“. Anders ausgedrückt: Der WAC-Präsident und seine sportbegeisterte Gattin sprechen gerne von einer „FußballFamilie“. Und möglicherweise wird – bei allen Überlegungen für eine passende Zuschauerkulisse eine neue Option gezogen. Freitag & Samstag: 2100-0400 Uhr Schlager Retro-Drinks Après-Ski Ballermann Pfarrplatz | Klagenfurt Klagenfurt DIE 3 LUSTIGEN 4
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